Wing Chun / Ü40

Historischer Hintergrund

Wing Chun ist vor ca. 300 Jahren in China, auf der Grundlage von traditionellen Kampfkunstarten, entwickelt worden. Es gilt als eine moderne Kampfsportart, die auf mathematisch-physikalischen Gesetzmäßigkeiten aufgebaut ist. Man arbeitet hierbei auf allen Distanzen. Diese wären: Kickdistanz, Faustdistanz, Ellenbogen – Kniedistanz, Kopf und Schulterdistanz. In der Theorie gibt es in diesem System keine Schwächen. Wing Chun ist ein logisches Kampfkonzept, bei dem nichts dem Zufall überlassen wird.

Genauer gesagt befasst sich das Wing Chun nicht mit abgesprochenen Kampftechniken, da bei einer ernsthaften Selbstverteidigungssituation alles erlaubt und möglich ist. Wing Chun gilt als eines der effektivsten Selbstverteidigungssportarten der Welt. Ziel des Systems ist es nicht, wie in den meisten Kampfsportarten, der sportliche Wettkampf, sondern einzig die Selbstverteidigung.

Wing Chun enthält drei waffenlose Formen, zwei Waffenformen und zehn Holzpuppensätze. Die waffenlosen Formen sind die Sil Lim Tau, Chum Kiu und Biu Tze. Die Waffen, mit denen im Wing Chun gearbeitet wird, sind die Doppelmesser und der Langstock.

• Siu Lim Tau
• Chum Kiu
• Biu Tze
• Holzpuppe
• Doppelmesser
• Langstock

Wing Chun

Prinzipien des Wing Chun

Das System beruht auf Prinzipien, die der Praktizierende in seinen Übungen verinnerlicht.
Eines der Prinzipien des Systems ist das so genannte Mittellinienprinzip, da auf oder dicht neben dieser Mittellinie die verwundbarsten Punkte des Gegners liegen. Diese wären: Augen, Nase, Kehlkopf, Solarplexus, Genitalien.

Ein weiteres, entscheidendes Prinzip im Kampf ist das Prinzip der doppelten Gleichzeitigkeit. Man positioniert sich im Kampf so, dass man stets simultan, also gleichzeitig, blockt und angreift. Dies hat den Vorteil, dass die Attacke die der Gegner beginnt, im Ansatz schon gestört und mit Hilfe der trainierten Gleichzeitigkeit, nämlich des Angriffes kombiniert mit den Blocktechniken, gegen Ihn selbst gerichtet wird. Man unterbindet so dem Gegner die Möglichkeit sich zu entfalten, da er immer wieder gestört, geblockt und attackiert wird. Er findet somit keine Möglichkeit sein System zur Entfaltung zu bringen.
Es gibt keine Schnörkelein in diesem System, keine überflüssigen Bewegungen, die nur der Optik dienen. Der entscheidende Punkt ist immer wieder die Effektivität. Ein weiteres Prinzip ist die Ausnutzung der Kraft des Gegners. Gerade bei physisch Schwächeren ist dieses Prinzip von enormer Bedeutung, damit man auch nur den Hauch einer Chance gegen stärkere Gegner hat.Ein weiteres Prinzip ist die Geradlinigkeit. Die kürzeste Verbindung zweier Punkte ist die Gerade. Im Wing Chun agiert man größten Teils geradlinig, um so schnell wie möglich zum Ziel zu gelangen.

Chi Sao – die klebenden Hände im Wing Chun

In unserem System gibt es keine Gewichtsklassen, jeder muss versuchen mit der Kraft des Partners umzugehen. In vielen Übungen werden unter der Prämisse, die Kraft des Gegners ausnutzen und gegen sich selbst zu wenden, gearbeitet. Gerade im Infight, d.h. in der Nahkampf Distanz ist dieses Prinzip, das so genannte Chi Sao, die klebende Hände, äußerst relevant. Das Prinzip besagt, dass der Kontakt, den es immer im Kampf gibt, stets gesucht und gehalten werden soll, damit man dadurch eine bessere Kontrolle über den Gegner erhält.

Wing Chun 1

Das Chi Sao ist ein spezielles Reflextraining, das im Kampf ohne Überlegung abgerufen werden kann. Dieses bietet gegenüber anderen Kampfsportsystemen im Infight einen enormen Vorteil. Im Chi Sao benutzt der Wing Chun Kämpfer seine Fäuste, die Ellenbogen, die Schultern und den Kopf.
Wird der Kontakt zum Gegner aufgenommen, ist dieser dem Wing Chun Kämpfer auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Chi Sao ist eine Nahkampfübung, in der mit den Armen Kontakt zu Partner aufgenommen oder geschlossen wird. Es ist eine Übungsform, in der fast ausschließlich das Gefühl (Reize über den Armen) trainiert wird, um sich nicht auf die visuelle Wahrnehmung zu verlassen. Auf naher Distanz, bei schnellen Attacken des Gegners, ist es oft nicht mehr möglich lange zu schauen, geschweige denn zu überlegen. Man kann buchstäblich mit verbundenen Augen kämpfen. Entsteht auch nur die geringste Berührung zum Gegner, fühlt der Wing Chun Praktizierende sofort die Art und die Richtung des Angriffs. Bevor der Angriff dann entsteht deckt er diesen dann mit allen Mitteln die Ihm zur Verfügung stehen ein, sodass es Jemanden, der diese Art des Kampfes nicht kennt, bis zu 3 Sekunden KO schlägt. Diese Form der Übung wird ab der Mittelstufe unterrichtet.

Diese einzigartigen Prinzipien sind ein Grund, warum dieses System als eines der effektivsten Systeme der Welt zugehört.

Die verschiedenen Kampfdistanzen im Wing Chun

Ein weiterer Grund für die Effektivität dieses fast einzigartigen Systems ist, dass bei dieser Kampfsportart auf allen Distanzen gearbeitet wird. Die Distanz der Beine, der Fäuste, der Ellenbögen, der Knie, oder die Distanz der Schultern und des Oberkörpers, bis hin zu Kopfstößen, werden regelmäßig in Partnerübungen und im Sparring praktiziert…

Praxisnahes Training

Das Wing Chun lebt von seiner Praxis. Es gibt auch kaum eine andere Kampfsportart, in der so durchdacht die Praxis gelehrt wird. Angefangen vom Stand bis in die kleinsten Bewegungsdetails wird im Wing Chun Rücksicht genommen. Der Schüler, der die Unterstufe durchläuft, wird von Kopf bis Fuß auf die Feinheiten abgestimmt. Das eigentliche Sparring findet in der Mittel- Oberstufe statt. Auch hierbei wird dem Schüler, ohne einen Schaden zuzufügen, diese kompromisslose Art des Kämpfens mit Hilfe von Schutzausrüstung näher gebracht. Hierbei verwenden wir in der Kampfsportwelt einzigartige Kopfschützer, die ein offenes Visier haben, aber mit Streben bestückt sind, um die Oberfläche des Kopfes zu schonen. Es werden Handschützer verwendet, deren Finger offen sind, damit Griffbewegungen ausgeführt werden können. Die offene Hand ist eine wichtiges Element in unserem Sparring, da man viel mehr Möglichkeiten besitzt, wie zum Beispiel Ziehen, Drücken, Kontrollieren, Klammern, Schieben und Blocken.

Waffenformen des Wing Chun

Auch die beiden Waffenformen haben unterschiedliche Intentionen. Die Prinzipien, die der Schüler gelernt hat, setzt er nun mit Waffen um. In beiden Waffenformen erlernen Schüler verstärkt die Beinarbeit. Das Laufen bekommt mit diesen beiden Waffen eine ganz neue Bedeutung.Große Distanzen zu überbrücken, setzt eine gute Beinarbeit voraus. Alle Schritte und Bewegungen für den Kampf werden in diesen beiden Formen optimiert. Die Arme werden durch das Gewicht der Waffen einerseits und die schwierige Waffenführung andererseits gestärkt. Auch in diesen Formen sind wie im ganzen Wing Chun keine Bewegungen, die der schönen Optik dienen. Es sind immer kurze, geradlinige und effektive Bewegungen. Keine Ausholbewegungen sondern direkte, zielstrebige Angriffe. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Waffenformen anderer Systeme gibt es in diesen beiden Formen keine kreisenden, springenden, oder drehende Bewegungen. Auch hierbei geht es um die logische Umsetzung der gelernten Prinzipien. Die Effektivität steht im Vordergrund.

Doppelmesser

Die Doppelmesser Form (Bart Cham Do) lehrt den Umgang mit den wohl gefährlichsten Waffen, mit denen man kämpfen kann. Das Schwert galt früher als die gefährlichste Waffe, mit der ein Kampfkünstler trainiert hatte. Dies änderte sich als die Nonnen Ng Mui den Kampf mit den Doppelmessern unterrichtete, die dem Schwert den Rang abkauften. Für den Wing Chun Praktizierenden sollen die Doppelmesser heute mehr den Übungszweck erfüllen, statt den Kampf. Man betrachtet hierbei die beiden scharfen Klingen als eine Art Verlängerung der Arme. Mit diesen beiden Verlängerungen bewegt und agiert er genauso, wie ohne die Messer. Das Prinzip der doppelten Gleichzeitig wird auch hier angewandt – stets einen Block und einen Angriff zur gleichen Zeit.

Langstock

Die andere Waffenform des Systems ist der Langstock (Dim Quan). Der Stock besitzt eine Länge von ca. 2,05 Meter. Dieses sollte ursprünglich die längste Distanz sein, mit der ein Kampfsportler eine Waffe führen kann. Der Ursprung besagte bei dieser Waffe, dass man sich mit dieser jegliche Schwertkämpfer vom Leibe halten könne. Der Schüler übt erst im fortgeschrittenem Stadium mit dieser Waffe. Der Umgang mit dem Langstock erfordert eine ungeheure Kraft in den Armen und Geschicklichkeit. Die Prinzipien gelten auch mit dieser Waffe. Auf dieser langen Distanz blockt und schlägt man gleichzeitig mit derselben Seite. Es sind immer kreuzende Bewegungen, die mit dem Stock ausgeführt werden.

Holzpuppe

Die Holzpuppe (Muk Yang Chong) im Wing Chun enthält 10 Sätze, wobei alle ihre Besonderheiten haben.Holzpuppe

In allen Trainingseinheiten versucht man mit Hilfe der Holzpuppe seine Technik zu vervollkommnen. Die Anfänger, Mittel- und Oberstufenschüler haben verschiedene Übungen, die sie an diesem Übungsgerät trainieren müssen. Abgesehen davon, dass es ein sehr geduldiger Partner ist, ist sie auch der stärkste Trainingspartner, den man bekommen kann. Die Holzpuppe besteht zum Großteil aus Eiche. Die Arme kann man nicht durchbrechen. Die Formen lehren dem Übenden den Umgang mit diesem Gegner, der jedem physisch überlegen ist. Prinzipien wie das Arbeiten auf der Zentrallinie, die Kraft des Gegners ausnutzen, oder das Chi Sao sind optimal an dem Dummy zu praktizieren. Der Schüler wird geschmeidiger, wendiger und in seinen Bewegungen immer kürzer. Er lernt sich an dem, ihm überlegeneren Gegner, zu bewegen und sich an ihm entlang zu arbeiten. Auch hierbei ist es von großer Bedeutung sich die richtige Lauftechnik anzueignen, die die Formen hergeben.

Wing Chun – ein System für jedermann/frau ohne Altersgrenzen

In keiner anderen Kampfsportart findet man so viele weibliche Anhänger wie in dieser. Gerade die Effektivität dieses Systems lässt die weiblichen Teilnehmer am Unterricht steigen. Die Überlegenheit der einfachen Techniken und leicht zu erlernenden Übungsabläufe, bei denen oft das Gefühl der Kraft voraus ist, überzeugt viele Frauen.

Es gibt keine Alterseinschränkung beim Wing Chun. In den meisten Kampfsportsystemen, bei denen viel gekickt oder auch gesprungen und gefallen wird, ist es nicht möglich ab dem mittleren Alter diese zu praktizieren, da die Gelenkigkeit selten noch vorhanden ist, das Gewicht meistens eine Rolle spielt und der Körper Schwächen aufweist. Knie oder Rücken sind oft, bedingt durch Arbeit oder Sport, in Mitleidenschaft gezogen worden.

Im Wing Chun dagegen gibt es keine hohen Tritte, keine Fallübungen, keine Sprung- oder Pendelbewegungen. Das System agiert immer auf dem kürzesten Weg, es besteht größtenteils aus Armtechniken. Getreten wird maximal bis zu den Genitalien. Ziele sind Knie und Muskulatur der Beine.
Strukturaufbau unseres Trainings

Unser Training ist in zwei Stufen unterteilt. Die Anfänger und die Mittel- Oberstufe. Ab bestimmter Gratifikation wechselt der Schüler in die nächst höher gelegene Stufe. Die Stufen sind in drei Prüfungen unterteilt. Drei Schülergrade in der Unterstufe, drei in der Mittelstufe und drei Schülergrade in der Oberstufe, die man erreichen kann.

Trainiert wird immer 90 Minuten. Jedes Training startet mit einer Auflockerungsphase, in der gestretcht ,aber auch gleichzeitig Kondition oder Muskelaufbau Übungen gemacht werden. Danach finden, in der ca. eine Stunde umfassenden Technikphase, Übungen, die einzeln vor den Spiegeln, an den Hand- oder Fuss- Pratzen, an den Seilen, am Sandsack, oder mit dem Partner statt.

Außerhalb der Gruppenunterrichtszeiten kann jeder an sechs Tagen der Woche die Räumlichkeiten für das individuelle Training nutzen. Ausreichend Parkplätze sind immer vorhanden. Unsere Schule ist aber auch per Bus und Bahn sehr gut zu erreichen. Direkt vor der Tür ist eine Bushaltestelle vorhanden, eine Straßenbahnlinie ist zu Fuß in fünf Minuten zu erreichen.

Nähere Informationen finden Sie natürlich hier auf der Website.

Probetraining in familiärer Atmosphäre

Wir laden jeden Interessierten zum kostenlosen Probetraining ein, um die Eignung für unseren Selbstverteidigungssport zu überprüfen. Für uns ist in erster Linie von größter Bedeutung, dass jemand in unserer familiäre Struktur passt. Unsere Schule genießt seit nun mehr als 24 Jahren einen sehr guten Ruf in der Öffentlichkeit, deshalb legen wir großen Wert auf nette und höfliche Umgangsformen in unserer Schule, frei von jeder Missgunst und Gewalt.